Februar 13, 2009...12:32

Die eigenen Wurzeln ausgraben (2)

Im zweiten Teil der Serie Ahnenforschung geht es um Recherchetipps:

Bei der Zeitreise in die Vergangenheit der eigenen Vorfahren stößt man recht bald an eine Grenze: Sind die Namen und Daten der eigenen Eltern meist präsent, so beginnen die Schwierigkeiten oft schon bei den Großeltern. Die Geschwister der Großeltern sind für den eigenen Stammbaum zwar vordergründig unrelevant, aber wer sich länger mit dem Thema beschäftigt, wird auch daran nicht vorbeikommen:  zu groß ist die Neugier auf das Umfeld, das z. B. über Zeitungsartikel und Berufsbezeichnungen erschlossen werden kann. Und manchmal erfährt man auch erst über diverse Umwege weitere Informationen über die eigenen Ahnen.

Aber wo bekommt man nun die fehlenden Daten her? Als erstes sollten die eigenen Familienstammbücher zusammengesucht werden. Manchmal wurden bei Beerdigungen auch sogenannte Totenzettel an die Angehörigen und Freunde verteilt. Mit ein wenig Glück ist sogar ein kurzer Lebenslauf darauf abgedruckt. Aber dann werden die Nachforschungen aufwändiger: Falls Ariernachweise vorhanden sind, können sie auch genutzt werden. Daten bis Ende des 19. Jahrhunderts gibt es auf den Standesämtern.

Wer noch weiter zurückgehen will, kommt an alten Kirchenbüchern nicht vorbei. Auszüge davon bekommt man gegen eine geringe Gebühr bei den entsprechenden Pfarrämtern. Neben Tauf-, Heirats- und Begräbnisdaten stehen auch oft der Beruf und die Todesursache dabei. Wenn der Herkunftsort der Eltern unbekannt ist, können hier die Daten der Taufpaten weiterhelfen, sie werden häufig mit angegeben.

Kommt man mit diesen Daten nicht weiter, können manchmal auch Sekundärquellen helfen, so z. B. Adressbücher. Für Göppingen und Umgebung gibt es ab 1890 Adressbücher, für Geislingen und Umgebung ab 1911. Aber auch Vereine oder Arbeitskreise für Familien- und Ahnenforschung können weiter helfen, so z. B. in Geislingen oder in Aalen.

Mit etwas Glück gibt es für einen Ort auch ein Ortssippenbuch. Hier sind sämtliche Familien und Einzelpersonen mit ihren Lebensdaten aufgeführt, die in der Gemeinde durch Quellen nachweisbar lebten. Falls so ein Ortssippenbuch vorhanden ist, kann man sich viel Mühe sparen, da die Daten der Kirchenbücher hierin schon enthalten sind, ebenso die Verwandtschaftsbeziehungen der Einwohner. Kuchen hat bereits ein solches Ortssippenbuch, das von 1559-1900 reicht.

Wer sich nicht soviel Mühe machen und erstmal den einfach Weg versuchen will, sollte es übers Internet probieren: die Mormonen, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzen Tage, unterhalten das größte Ahnenforschungs-Genealogie-Archiv der Welt. In Salt Lake City (Utha, USA) stehen für jedermann kostenlos einsehbar Millionen von Daten aus Geburts-, Heirats-, Sterbe- und sonstigen Urkunden zur Verfügung. Und über die Internetseite www.familysearch.com können viele der Daten auch online abgerufen werden.

Eine andere praktische Hilfe im Internet ist auch die Seite www.ellisisland.org – hier kann man nach einer kurzen und kostenlosen Registrierung feststellen, wer in New York mit Einwandererschiffen ankam und ob sich evtl. die Namen von Verwandten auf den online einsehbaren Originallisten finden lassen.

Welchen Weg man auch zuerst einschlägt: Ahnenforschung ist eine spannende Angelegenheit und macht Lust auf mehr!

Veröffentlicht:
Birgit Freihalter, “Die eigenen Wurzeln ausgraben. Ahnenforschung: Recherchetipps.” in: prisma – Das Kundenmagazin der Kreissparkasse Göppingen, Heft 01, 2009, S. 21.
Der Artikel inkl. Bilder kann hier in der Onlineversion des Heftes angesehen werden.

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